Ehrenamtlich erstellt von Rene Walter
Fotos und Textbeiträge: Sibylle Fuhrberg
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Am 31. Oktober war ein schwarzer Tag für die Wattinsel Langlütjen I in der Außenweser. Von der schlimmsten Sturmflut seit 100 Jahren ist auch Lalü stark betroffen. Das Wasser prallte von der Seeseite mit Nordnordwestwind auf den Sandsteinquaderring. Steine wurden herausgebrochen und liegen jetzt im Watt herum. Auch der Innendeich ist beschädigt und Sand ist weggespült worden. Die auf 112000 Eichepfählen errichtete einmalige Insel ist auf der Seeseite unterspült und hat dadurch jetzt einen kleinen Sandstrand bekommen. 1870 wurde Lalü zur Verteidigung bei Ebbe gebaut, damit die Engländer und Franzosen nicht über die Weser ins Land einfallen konnten. Heute dient die Trauminsel als Wellenbrecher und Molenkopf.
Neben ihrer Schönheit und Einzigartigkeit ist sie wichtig für die Küstenregion von Blexen und Tettens.
Diese wunderschöne künstliche Naturinsel muss unbedingt der Nachwelt erhalten bleiben. Man muss helfen, sie instand zu setzen und vor Sturmfluten zu schützen. Schließlich ist sie für Deutschland und auch weltweit etwas ganz Besonderes.





Leuchtturm Roter Sand
Am 1. November 1885 wurde erstmals das Feuer des schwarz-weiß-rot gestreiften Leuchtturms Roter Sand in der Au-ßenweser gezündet. Für Tausende Seefahrer war dieses Seezeichen, Denkmal und Symbol für die Schifffahrt und nähe Heimat zugleich. Seit 125 Jahren trotzt er den Wellen der Nordsee, die nordöstlich von Wangerooge, auf halbem Weg zwischen Bremerhaven und Helgoland, gegen sein Fundament rollen. Für Millionen Auswanderer war bei ihrem Auf-bruch in die Neue Welt der bekannteste Leuchtturm mit seinen drei charakteristischen Erkern das letzte Bauwerk das sie von Europa sahen. Für die Küstenbewohner hat der beliebteste Leuchtturm, Roter Sand, der als erstes Offshore-Bauwerk der Welt gilt, einen ähnlichen Symbolwert wie die Freiheitsstatue für New York. Seine Konstruktion im 19. Jahrhundert war eine Ingenieurkunst der Extraklasse. An Land ließen sie einen runden Senkkasten mit fast 30 Metern Durchmesser anfertigen und versenkten diesen sogenannten Caisson dann auf hoher See nachdem er mit mehr als 300 Kubikmetern Beton ausgefüllt worden war. Damit war das Fundament für den Leuchtturm geschaffen, welches heute durch eine Stahl-manschette gesichert wird. 1974 drohte dem Turm das Ende, als der Neubau Alte Weser seine maritimen Aufgaben übernahm. Eine Bürgerinitiative setzt sich jedoch erfolgreich für den Erhalt des 52 Meter hohen Stahlturms ein. So wurde Roter Sand 1987 erstes offizielles Objekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In einer spektakulären Rettungsaktion wurde ihm eine Manschette übergestülpt, um dem desolaten Fundament neue Stabilität zu verleihen. Jetzt steht das See-zeichen sowohl technisch als auch finanziell auf einer soliden Basis. Zu seinem 125. Geburtstag am 1. November 2010 ist der Leuchtturm Roter Sand, von der Bundesingenieurskammer als national bedeutsames Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst ausgezeichnet worden. Als Besucher hat man die Möglichkeit, mit dem historischen Dampfschlepper Goliath als Tages- oder Übernachtungsgast einen besonders intensiven Eindruck lebendiger Geschichte in dem wohl ein-samsten Hotel Deutschlands, ohne Strom und Heizung, zu erleben. Nachdem auch das Innere des Leuchtturms restauriert worden war, fand durch die Bremerhavener Touristik 1999 die erste Gästefahrt zum Roter Sand, statt. Bis zu 6 Personen können im gemeinsamen Schlafraum übernachten. Verpflegung und Trinkwasser bekommen die Abenteurer mit, Handtü-cher und Schlafsäcke müssen sie selbst mitbringen. Bei mehr als 4 Windstärken kann das Schiff nicht anlegen. Dann heißt es warten, bis sich die Naturgewalten beruhigt haben.
Quelle: Leute & Leute Oldenburg



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Verein Lebenswert, Hindenburgstr. 14, 26122 Oldenburg

